Alternativen

Es gibt viele Produkte, die Alternativen zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung sein sollen:

Dabei muss man als Versicherter aber stets Einschränkungen in Kauf nehmen. Dennoch haben die Alternativen der privaten Vorsorge und Absicherung durchaus auch ihre Vorzüge.

Grundfähigkeitsversicherung

Wenige Verbraucher und Versicherungsvermittler kennen sie: die Grundfähigkeitsversicherung. Dieses Produkt ist das jüngste von den Alternativen. Und das ist dann wohl auch der Grund für den noch geringen Bekanntheitsgrad der Grundfähigkeitsversicherung.

 

Wann kriegt man bei der Grundfähigkeitsversicherung eine Leistung?

Die Grundfähigkeitsversicherung weist Parallelen zur Versicherung gegen schwere Krankheiten (“Dread Disease Versicherung”) auf. Entscheidendend für eine Leistung sind hier nicht Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit, sondern der Verlust von Grundfähigkeiten, die eine gesundheitliche/körperliche Einschränkung zur Folge haben. Anders als bei der Dread Disease Versicherung leistet die Grundfähigkeitsversicherung allerdings nicht beim Auftreten von Krankheiten, etc., sondern dann, wenn der Versicherte bestimmte Grundfähigkeiten durch Krankheit, Kräfteverfall oder Unfall verliert. Hierzu gibt es einen Fähigkeitenkatalog in dem die Fähigkeiten detailliert aufgelistet sind. In den Bedingungen ist ganz genau festgehalten, was mit der Fähigkeit im Detail gemeint ist. 

In Leistung tritt die Grundfähigkeitsversicherung dann, wenn ein Verlust der Grundfähigkeiten gemäß Leistungskatalog vorliegt und diese für einen Prognosezeitraum von 12 Monaten oder mehr nicht mehr ausgeführt werden können. Ein Verlust der Grundfähigkeit liegt z.B. vor, wenn eine Person nicht mehr knien, stehen, sitzen, greifen, heben, ihre Hände und Arme benutzen, sich bücken und orientieren, hören oder sprechen kann, nicht mehr fähig ist Treppen zu steigen oder sich selbst fort zu bewegen.  Auch wenn man in eine Pflegestufe eingestuft wird, ist man leistungsberechtigt.

Wie leistet eine Grundfähigkeitsversicherung?

Als Leistung erhält man eine monatliche Rente. Bei Bedarf kann man einen Inflationsschutz oder eine lebenslange Leistung vereinbaren. Dadurch erhält man eine kontinuierliche Unterstützung und hat ggf. im Leistungsfall das Risiko der Altersarmut stark reduziert. Die Höhe der vereinbarte Rente sollte genau so hoch gewählt werden, wie es im Leistungsfall erforderlich ist, damit laufende Kosten mitfinanziert werden können. Je höher die Rente im Leistungsfall, desto höher logischerweise auch der Beitrag.

Vergleich zwischen Grundfähigkeitsversicherung und Berufsfunfähigkeitsversicherung

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einer Grundfähigkeitsversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf, bzw. die versicherte Tätigkeit voraussichtlich für einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Grundfähigkeitsversicherung dagegen leistet, wenn man eine Grundfähigkeit gemäß Katalog nicht mehr durchführen kann. Es kann also durchaus Fälle geben, in denen der Versicherte zwar nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann, aber dennoch keine Leistungen erhält, da die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Der umgekehrte Fall ist allerdings genauso möglich. Man erhält aufgrund des Verlustes von einer oder mehrerer Fähigkeiten die monatliche Leistung, kann allerdings trotzdem noch in einem anderen Beruf tätig werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung würde hier in vielen Fällen verweisen, da eine konkrete Ausübung eines anderen Berufs vorliegt. Hier muss man auf die genaue Formulierung in den Berufsunfähigkeitsbedingungen achten.

Krankheitsbilder als Leistungsbeispiel einer Grundfähigkeitsversicherung:

  • Bandscheibenvorfall
  • Hirnschaden nach Herzinfarkt
  • Verkehrsunfall mit diversen Frakturen
  • beidseitiger Hüftgelenksersatz bei Hüftgelenksarthrose
  • Multiple Sklerose

Hinsichtlich der Beiträge ist eine Grundfähigkeitsversicherung gerade bei Berufen mit hohem Berufsunfähigkeitsrisiko eine sehr viel günstigere Alternative. Ein individueller Vergleich macht hier Sinn.

Fazit: Der individuelle Vergleich entscheidet

Da die Gesundheitsprüfung bei der Grundfähigkeitsversicherung bei weitem nicht so streng, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, kann dies gerade bei Vorerkrankungen Sinn machen. Auch das ggf. interessant Preis-Leistungs-Verhältnis ist je nach Berufsgruppe durchaus attraktiv. Für viele wird wohl auch die Tatsache entscheidend sein, dass man auch selbst feststellen kann, ob man leistungsberechtigt ist oder nicht. Denn die klare Definition lässt wenig Interpretationsspielraum, wie beispielsweise bei der Berufsunfähigkeit. Hier sind Gerichtsverfahren gegen Versicherungen an der Tagesordnung. Gerade, wenn der Versicherungsfall vorliegt,  haben viele Betroffene für einen zusätzlichen Gerichtsprozess dann keine Nerven mehr.

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