Die Ruhe vor dem Sturm?

9 Mai 2015
Kategorie
Kapitalanlagen

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Normalerweise betrachte ich die Kapitalmärkte bewusst aus der zweiten Reihe  mit einer gewissen Distanz.

Im Laufe der Jahre ist mir klargeworden, dass Kurse Nachrichten machen und nicht umgekehrt. Daher interessiere ich  mich relativ wenig für die Tagesmeldungen der Börse. Mich interessieren die großen Trends und ich achte besonders darauf, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass diese Trends anfangen zu brechen oder nachhaltig an Dynamik verlieren.

In den letzten Jahren haben wir sowohl im Anleihen-, als auch im Aktienmarkt eine starke Aufwärtsbewegung beobachten können und viele Anleger haben ordentliche Gewinne eingefahren. Trotz zahlreicher Hinweise darauf, dass der Aufschwung gefährdet sein könnte (immer noch akute Euro-Krise, Ukraine-Konflikt, IS-Miliz) haben die Märkte uns stets eines besseren belehrt und kannten nur eine Richtung.

In den letzten Wochen mehren sich allerdings die Anzeichen dafür, dass es mit dieser Aufwärtsbewegung bald vorbei sein könnte:

  1. Der Bund-Future hat den größten Zwei-Tages-Verlust seit 1991 erlitten- trotz eines seit Anfang 2014 bestehenden Mega-Trends und massiver Anleihenkäufe der EZB. Eine Konstellation die so eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Fakt ist, dass der Trend kurzzeitig gebrochen wurde und das ist immer ein Warnzeichen.
  2. Es mehren sich die ausgeführten dynamischen Stop-Loss-Order in meinen Anleger-Depots. Das bedeutet konkret, dass die Volatilität zunimmt. Und zwar über alle Anlageklassen hinweg, da es sich meist bei den in den Depots gehaltenen Fonds um Mischfonds handelt. Es ist also keineswegs “nur” Anleihen- oder nur Aktienmarkt.
  3. Krisen wiederholen sich regelmäßig. Gemäß der Börsenzyklen seit den 90ern ca. alle 5-8 Jahre (Bsp. erster Golfkrieg 1992, Dotcom-Blase 2000 / 11. September 2001, Finanzkrise 2008). Es könnte jetzt also einfach mal wieder “Zeit” für eine Krise sein.

Außerdem haben wir es mal wieder Mai und die Börsen-Weisheit “Sell in May and go away” gilt zwar nicht immer, aber auffallend häufig.

Das führt dazu, dass ich derzeit die anderen Indikatoren genauestens beobachte und die Gesamtsituation kritischer im Blick behalte.

Mein bullische Grundeinstellung hat sich zwar nicht über Nacht gedreht, aber die Börsen kennen nun einmal grundsätzlich zwei Richtungen.

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